Spitalversorgung: Alle Optionen werden geprüft

Home/2018, Alle Jahre/Spitalversorgung: Alle Optionen werden geprüft

Am vergangenen Montag hat sich Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg mit Vertreterinnen und Vertretern der Region Obersimmental-Saanenland und der Spital STS AG getroffen. Alle Optionen müssten geprüft werden, teilt die GEF mit. Zu diesem Zweck wird eine Arbeitsgruppe unter externer Leitung eingesetzt.

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) setze alles daran, eine langfristige Lösung für die medizinische Grund- und Spitalversorgung in der Bergregion
Obersimmental-Saanenland zu finden, schreibt die GEF in einer Medienmitteilung. «Für eine erfolgversprechende Lösung muss ein gutes medizinisches Konzept erarbeitet werden, das auch die Situation im angrenzenden Pays-d’Enhaut berücksichtigt», heisst es in der Mitteilung. Alle Optionen müssten geprüft werden. Zu
diesem Zweck werde eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der GEF und der Spital STS AG eingesetzt, die extern geleitet werde. Die GEF würde einen Spitalneubau mit der Spital STS AG bevorzugen, heisst es weiter.

Konkrete Interessensbekundungen

Am 11. Oktober 2017 empfing Regierungsrat Pierre Alain Schnegg erstmals eine Delegation aus der Region zum gemeinsamen Dialog empfangen. An diesem Treffen habe er aufgezeigt, weshalb die GEF das Gesuch der Spital STS AG um einen jährlich wiederkehrenden Betriebsbeitrag von 3,4 Millionen Franken abgelehnt habe (wir haben berichtet). Ein neuerliches Treffen mit den Vertretern der Region und der Spital STS AG fand am vergangenen Montag, 22. Januar 2018 statt. «Pierre Alain Schnegg informierte über einen Austausch zwischen der Spital STS AG und der GEF zur Klärung der noch offenen Fragen zum Gesuch und die parallel dazu erfolgten Kontakte mit privaten Anbietern von Spitalleistungen betreffend Alternativen zum Neubau-Projekt der Spital STS AG», schreibt die GEF. «Heute liegen konkrete Interessensbekundungen vonseiten der Privaten vor, eine erfolgsversprechende Lösung für die Region zu entwickeln.»

Tragfähige Lösung angestrebt

Die Sitzungsteilnehmer hätten sich davon überzeugen können, dass die GEF und die Spital STS AG die Bedürfnisse der Region ernst nähmen und eine tragfähige Lösung für die Region anstrebten. «Die Spitalversorgung in der Bergregion Obersimmental- Saanenland soll weiter auf einem hohen Niveau  gewährleistet werden.» Um sich über die Projektfortschritte auszutauschen, sei für Sommer 2018 ein weiteres Treffen in diesem Rahmen vereinbart worden.

Projekt hat hohe Priorität

«Die Situation in der Region wird ernst genommen, das Projekt hat im Regierungsrat hohe Priorität», betont Nationalrat Erich von Siebenthal auf Nachfrage. Die medizinische Gesundheitsversorgung müsse absolut gewährleistet sein, heute wie in Zukunft, das sei gar keine Diskussion und werde auch von niemandem in Frage gestellt.
Eine Frage ist hingegen, wie und von wem die medizinische Gesundheitsversorgung in der Region künftig sichergestellt wird. Die Übernahme des jährlichen Defizits von 3,4 Millionen Franken durch den Kanton sei nicht mehrheitsfähig, deshalb bleibe nichts anderes übrig, als «nochmals einen Umgang zu machen», so von Siebenthal. Er habe den Eindruck, dass Pierre Alain Schnegg das Dossier intensiv bearbeite und enorm dafür viel aufwende, dass man zu einer Lösung komme, die für das Gebiet auch stimme. Den (Zeit-)Druck mache er sich selber. «Man spürt, sie sind dran, das stimmt mich positiv», so von Siebenthal.

«Der Prozess geht weiter»

Die GEF würde zwar am liebsten mit der Spital STS AG eine Lösung finden, bekräftigt von Siebenthal. Dass auch Alternativen geprüft und private Anbieter in
engerer Auswahl stünden, sei Realität und dass Abklärungen mit dem Kanton Waadt stattfänden, sei schon nach dem ersten Treffen im Oktober kommuniziert worden. «Der Prozess geht weiter», so von Siebenthal. «Wenn es geht, will man mit der STS eine Lösung finden – und das wäre auch richtig», sagt von  Siebenthal. Diese müsse sich aber bewegen. «Das Defizit muss ‹obenabe›». An einem nächsten Treffen im Juni werde die Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse
präsentieren, so von Siebenthal.

Anzeiger von Saanen

Quelle: http://www.anzeigervonsaanen.ch/2018/01/spitalversorgung-alle-optionen-werden-gepr%C3%BCft.html-0

26.01.2018|