Jahresbericht 2015

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Project Description

Jahresbericht 2015

Im Jahr 2015 fanden – neben der GV am 24.03.2015 – 4 ordentliche Vorstandssitzungen statt, daneben eine längere Klausursitzung am 1.9.15 und der Workshop „Hausärztliche Grundversorgung“ am 20.1.2016.

Im Rahmen des Projektes 3S mit dem Neubau des Spitals Zweisimmen war MeGSS in der Jury mit 2 Vorsitzungen, 2 Jurierungstagen, an der Präsentation im Dezember 15 und an der Beurteilung der Weiterentwicklung beteiligt. Im Rahmen des Projektsteuerungsausschusses, des Koordinationsgremiums, fanden 3 Sitzungen statt, und MeGSS war auch an den 4 „sounding board“, den Informationsveranstaltungen für die Region, beteiligt. Daneben war MeGSS in verschiedenen Arbeitsgruppen des Projektes 3S über Vorstandmitglieder oder ordentliche Mitglieder vertreten.

An der Mitgliederversammlung im März 15 wurde angeregt, eine Umfrage über die Zukunft der verschiedenen Hausarztpraxen in der Region durchzuführen, um Grundlagen für ein Konzept für den Erhalt der Hausarztmedizin zu erhalten. Der Vorstand erweiterte die Umfrage, indem auch bei den Gemeinden die Erwartungen an MeGSS erfragt wurden.

Bei der Umfrage unter den HausärztInnen zeigte sich, dass allgemein erwartet wird, dass für die Sicherung der Hausarztmedizin etwas unternommen wird, dass aber ein eigenes Engagement nicht im Vordergrund steht. Bezüglich eigener Praxis sollen alle Optionen offen gehalten werden; wenn sich aber keine individuelle Nachfolgeregelung ergibt, wird die Praxis geschlossen. Im Saanenland ist die Frustration unter den HÄ gross, es gibt über die eigene Praxis hinaus kein Engagement mehr, Veränderungen werden kritisch kommentiert.

Bei den Erwartungen der Gemeinden sieht einerseits Saanen den Verein MeGSS alsKoordinationsstelle zwischen den medizinischen Anbietern (Koordination von Fortbildungen, Informationsaustausch, Qualitätskontrolle), St. Stephan andererseits gibt kritische Fragen zurück. Die übrigen Gemeinden verweisen auf die Statuten, die umgesetzt werden sollen, haben jedoch keine konkreten Vorstellungen darüber.

Die Umfrage bestätigt die Erfahrungen der letzten 2 Jahre: alle finden, man habe jetzt den Verein MeGSS, des sich um die medizinische Grundversorgung kümmern soll; gleichzeitig schaut aber jeder für sich, wenn es um die eigenen Bedürfnisse geht – die HausärztInnen, wenn es um die eigene Praxis, die Gemeinden, wenn es um die eigene Versorgung resp. die eigenen Bedürfnisse bezüglich der Versorgung geht.

Man muss selbstkritisch sagen, dass die Idee von der „Einigung der Region“ und von gemeinsamen Konzepten bisher nicht funktioniert. Auch die Vorstellung, hausarztbasiert, d.h. unter Führung der ansässigen HausärztInnen ein Nachfolgekonzept für die Zukunft aufzustellen, hat sich bisher nicht realisieren lassen. Die Bedürfnisse der HausärztInnen sind zu individuell und sie lassen sich in gemeinsamen Konzepten nicht genügend berücksichtigen.

Neben dieser kritischen Bewertung der Situation wurden an der Klausursitzung aber auch die positiven Aspekte eingehend diskutiert. MeGSS hat sich als wichtiger Ansprechpartner aus der Region im Zusammenhang mit dem Projekt 3S resp. dem Neubau des Spital Zweisimmen etabliert und nimmt eine wichtige Rolle als Vermittler und Koordinator in der Region ein, im letzten Jahr insbesondere im Zusammenhang mit dem Projekt Maternité Alpine und dem neuen Anbieter Localmed Aare als Betreiber des Medical Center Saanen resp. des künftigen Zentrums Erlenbach.

Der Vorstand erachtet daher die Arbeit von MeGSS weiterhin als wichtig und ist bereit, sich weiterhin für MeGSS zu engagieren Es sollen aber vermehrt konkrete Projekte im Zusammenhang mit der medizinischen Grundversorgung angegangen werden. Kritisches Hinterfragen des Vereins soll aber weiterhin stattfinden und es soll in nach 2 Jahren eine erneute Standortbestimmung stattfinden.

Konkret hat der Vorstand folgende Projekte skizziert und teilweise schon begonnen:

  •  MeGSS ist weiterhin in den verschiedenen Gremien des Projektes 3S vertreten; aktuell findet die Überarbeitung des ausgewählten Architekturprojektes mit den verschiedenen Nutzern statt sowie die Konkretisierung der hausärztlichen Grundversorgung im neuen Spital.
  • Der Geschäftsführer von MeGSS nimmt Einsitz in der Arbeitgruppe von Maternité Alpine und STSAG zur Umsetzung des Projektes.
  • Zum Thema „Zukunft der Hausarztmedizin“ hat am 20.1.16 ein Workshop mit verschiedenen Experten stattgefunden und es ist geplant, das Thema in
    Zusammenarbeit mit der Bergregion für die Gemeinden weiter zu konkretisieren.
  • Eine Arbeitsgruppe „Pflege“ arbeitet an einem Projekt für konkrete Zusammenarbeit zwischen ambulanter (Spitex), chronischer (Alterswohnen) und akuter (Spital Zweisimmen) Pflege.
  • Im Hinblick auf das neue Spital in Zweisimmen soll die bessere elektronische Vernetzung zwischen den Anbietern in der Region vorangerieben werden.

Gstaad, 09.03.2016

Beat Michel