Neues Spital heisst «Dr. House»

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Das Spital Zweisimmen baut aus: Das Siegerprojekt sieht vor, die Altersbetreuung, die hausärztliche Grundversorgung und das Spitalangebot zusammenzuführen. Dafür investiert die Spital STS AG 40 Millionen Franken.

«Dr. House» ist ab dieser Woche in der weiteren Region Obersimmental nicht nur die Hauptfigur einer Serie über einen mürrisch-brillanten Arzt. Der Name steht auch für die Zukunft des Spitals in Zweisimmen. In das Projekt, das den wortspiellastigen Namen trägt, wird die Spital STS AG zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Alterswohnen STS AG 40 Millionen Franken investieren. Das Ergebnis des entsprechenden Architekturwettbewerbs und die Entscheidung des Verwaltungsrates, die entsprechenden Mittel zu investieren, wurden am Montag zuerst der Belegschaft, danach einem Publikum aus Politikern und schliesslich den Medien mitgeteilt. Damit soll laut Bruno Guggisberg, dem CEO der Spital STS AG für die Mitarbeitenden die Zeit der Ungewissheit ein Ende haben. «Dr. House» stammt aus der Sollberger Bögli Architekten AG in Biel und steht für die Synthese: Mit einer gemeinsamen Eingangshalle und ausgeklügelter Architektur sieht das Projekt vor, das bestehende Alterszentrum Bergsonne mittels gemeinsamen Eingangsbereichs und bewusst und klar getrennten Funktionen sanft mit dem geplanten Hausarztzentrum und dem Spitalbetrieb in ein Ganzes aufzunehmen. Der Komplex kommt dabei ins Grüne zwischen den heutigen Gebäuden zu stehen. Damit sollte gerade während der Bauzeit keine wesentlichen Störungen für den Betrieb im Alterszentrum und dem bestehenden Spitalgebäude auftreten. Eine Lösung, die das bestehende Spitalgebäude integrieren würde, war bereits im Vorfeld als eher schwierig und kostspielig umzusetzen taxiert worden.

Einstimmig und attraktiv

40 Millionen Franken seien eine sehr grosse Investition, erläuterte Andreas Hurni, Vizepräsident des Verwaltungsrates der STS AG. Doch die Bereitschaft dafür, damit der Region eine Art Weihnachtsgeschenk zu machen, sei im Verwaltungsrat klar gegeben gewesen. «Es soll ein starkes Bekenntnis zur Region sein. Nachfolgende Hausarztgenerationen sollen gute Bedingungen vorfinden können. Der Verwaltungsrat der STS AG habe die Entscheide für die Investition und für das Siegerprojekt denn auch folgerichtig einstimmig gefällt.

Beat Michel, Präsident des Verein «Medizinische Grundversorgung Simmental-Saanenland» betonte die Wichtigkeit, dass ein Betrieb zur stationären Behandlung gerade für Hausärzte von höchst bedeutender Wichtigkeit sei. «Um die Attraktivität und den Erhalt der Hausarztmedizin zu fördern, ist das ein richtiger Schritt.» Dass ein Akutspital für Betrieb und Ausbildung äusserst wertvoll sei, sei eigentlich selbsterklärend. Hausarztmedizin sei nicht attraktiv und bedürfe einer Schnittstelle zu stationären Behandlungsvarianten.

Bereiche architektonisch klar getrennt

«Auf verschiedensten Ebenen» habe sich das Siegerprojekt als einwandfrei erwiesen, führte Architekt Fritz Schär, Mitglied der Jury, aus. Sowohl baulich als auch architektonisch sei der kommende Bau durchdacht und werde sich optisch in die Landschaft einfügen. Mit einem gemeinsamen Eingang sei ein lockerer Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppen etabliert, die Laufwege für Personal und «Kunden» seien sparsam optimiert worden. In den beiden oberen Stockwerken sind Alterswohnungen, im Souterrain der Operationstrakt und dazwischen hausärztliche und administrative Zimmer geplant.

Für die definitive Ausgestaltung mit kleinen Änderungen bis hin zum Baugesuch rechnet die Spital STS AG mit einer Frist von rund einem halben Jahr. Weniger als ein Jahr später sollen die Bauarbeiten beginnen, damit im Idealfall «Dr. House» ab Herbst 2018 dem Gebrauch überantwortet werden könnte.

Jungfrau Zeitung

Quelle: https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/140120/

17.12.2015|