Beide Spitäler sollen geschlossen werden – das erste im Herbst 2012

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Wie der Verwaltungsrat der Spital STS AG informierte, sollen die beiden Spitäler Saanen und Zweisimmen geschlossen werden; eines im Herbst 2012, das andere 2014. Ein Gesundheitsnetz soll die ambulante medizinische Grundversorgung sicherstellen.

Sowohl aus betriebswirtschaftlichen und medizinischen Gründen wie auch aus Sicht der Nachhaltigkeit sei die Weiterführung der stationären Versorgung mittelfristig für die Spital STS AG als einzige Finanziererin nicht mehr möglich und gefährde längerfristig die Existenz des Gesamt-Unternehmens, betonte der Verwaltungsratspräsident Peter Dolder an einer Medienkonferenz am Freitagnachmittag. Der Verwaltungsrat der Spital STS AG ziehe deshalb in Erwägung, einen Spitalstandort im Herbst 2012 und sofern sich die Rahmenbedingungen nicht ändern – den anderen 2014 aufzugeben, weil sich unter den heutigen Voraussetzungen für eine stationäre Akutversorgung keine finanziell tragbare und nachhaltige Lösung ergebe. Welcher Standort als erster geschlossen werden soll, ist noch nicht bestimmt. Der Ball liegt einstweilen bei der Bergregion. Kann sie sich nicht auf eine Empfehlung zu Handen des Verwaltungsrates einigen, wird der Verwaltungsrat den Entscheid selber fällen. Es bleibt ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass ein Standort erhalten bleibt: nämlich dann, wenn die «Ziele der kantonalen Versorgungsplanung 2011-2014 langfristig nur mit einer stationären Versorgung vor Ort zu erreichen sind», wie Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud informierte. Seine Direktion werde dann «aufgrund der Fakten die Übernahme allfälliger ungedeckter Kosten prüfen», versprach der SP-Regierungsrat.

Lancierung eines Pilotprojektes
Die GEF initiiert mit der Spital STS AG ein Pilotprojekt, das drei verschiedene Aspekte der Gesundheitsversorgung zum Thema hat: die Stärkung des Rettungswesens, der Aufbau eines Gesundheitsnetzes und die Prüfung der Versorgungsnotwendigkeit. Ein Gesundheitsnetz stelle die ambulante medizinische Grundversorgung sicher, umfasse im Minimum ein Notfall-Ambulatorium sowie ein Praxislabor und Röntgeneinrichtungen zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken, erläuterte Bruno Guggisberg, CEO der Spital STS AG. «Idealerweise befinden sich auch Hausarztpraxen in den Gebäuden. Ausserdem werden Spezialsprechstunden angeboten. Ein Gesundheitsnetz soll grundsätzlich von privaten Leistungserbringern getragen werden; die Spital STS AG beteiligt sich aber an der Trägerschaft.» Komme es zur Schliessung der beiden Standorte, würden inskünftig alle bisherigen Leistungen von Saanen und Zweisimmen im Spital Thun angeboten.

50 Kündigungen
Trotz natürlichen Fluktuationen und der Rochade von Mitarbeitenden an den Standort Thun müssten von den insgesamt 155 Arbeitsplätzen voraussichtlich Kündigungen im Umfang von 50 Arbeitsstellen ausgesprochen werden, so Guggisberg. Die Spital STS AG sei bemüht, so vielen Mitarbeitenden wie möglich innerhalb des Unternehmens (Standort Thun & Alterswohnen STS AG) eine neue Stelle anzubieten. Die Mitarbeitenden würden bei der Stellensuche auch ausserhalb der Spital STS AG unterstützt. Dort, wo keine Anschluss-Lösungen gefunden werden könnten, würden flankierende Massnahmen (Sozialplan) zur Anwendung kommen.

Definitiver Entscheid im Mai
Mit dem vorbehaltenen Entscheid vom 16. März 2012 hat der Verwaltungsrat das Konsultationsverfahren bei der Arbeitnehmerschaft eröffnet, das bis zum 17. April 2012 dauert. Geplant sei, dass der Verwaltungsrat im Mai 2012 einen definitiven Entscheid fälle, damit unverzüglich das Pilotprojekt initiiert werden könne.

Anzeiger von Saanen

Quelle: http://www.anzeigervonsaanen.ch/2012/03/beide-spit%C3%A4ler-sollen-geschlossen-werden-%E2%80%93-das-erste-im-herbst-2012.html

23.03.2012|