Hiobsbotschaft für Spital Zweisimmen

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Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons (GEF) lehnt ein Gesuch des Unternehmens ab. Dieses forderte jährlich wiederkehrende 3,4 Millionen Franken für den Betrieb im Simmental. Das Problem: Das Spital kann aufgrund der vorgeschriebenen Vorhalteleistungen seit Jahren nicht kostendeckend geführt werden.

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) lehnt das Gesuch der Spital STS AG für eine finanzielle Unterstützung von jährlich wiederkehrenden 3,4 Millionen Franken für den nachhaltigen Betrieb des Spitalstandorts Zweisimmen zum jetzigen Zeitpunkt ab. Diese Kosten müssten über den mit den Krankenversicherern ausgehandelten Tarif abgedeckt werden, so das GEF in einer Mitteilung. Sobald die noch offenen Fragen seitens der STS AG geklärt und die Tarife 2018 mit den Krankenversicherern ausgehandelt seien, sei die GEF bereit, ein allfälliges neues Gesuch zu prüfen

Fragezeichen über Neuverhandlungen

Der abschlägige Entscheid der GEF hat die Spital STS AG «nicht nur irritiert, sondern auch enttäuscht – insbesondere die Begründung». Dies teilt das Unternehmen als Reaktion auf das abgelehnte Gesuch mit. Das Angebot, auf welchem das Projekt und dadurch auch der künftige Betrieb basiere, sei «in einem intensiven Prozess mit allen Entscheidträgern der Region, insbesondere mit Hausärzten und Spitalärzten, entwickelt worden». Ausserdem habe man Ende Juni dem Gesamtregierungsrat aufgezeigt, dass die Spital STS AG ihren Auftrag «in einem schweizweiten Benchmark äusserst kostengünstig erfüllt». Warum die GEF an der Qualität der mit dem Antrag eingereichten Grundlagendokumente nun zweifelt, ist für das Unternehmen ebenfalls nicht nachvollziehbar.

Verwaltungsrat muss über die Bücher

Dass die GEF fordert, dass die Tarifverhandlungen mit den Krankenversicherern für das Jahr 2018 neu geführt werden müssen, irritiert die Spital STS AG. Denn die Krankenkassen würden keinen höheren Tarif für das Spital Zweisimmen zulassen. «Diese Frage wurde bereits vor Jahren geklärt», so das Unternehmen in ihrer Mitteilung. Die Versorgungsnotwendigkeit des Spitalstandortes Zweisimmen und der zugehörige Angebotsumfang ist durch den regierungsrechtlichen Beschluss gegeben. Der Betrieb kann aber aufgrund der vorgeschriebenen Vorhalteleistungen seit Jahren nicht kostendeckend geführt werden. Dass die GEF die von der Spital STS AG geforderte finanzielle Unterstützung nun ablehnt, ist für das Spitalunternehmen enttäuschend. Damit rückt eine Lösung des Problems aus Sicht der Spital STS AG in weite Ferne. Der Verwaltungsrat der Spital STS AG wird sich nach dem abschlägigen Entscheid der GEF anlässlich der nächsten Verwaltungsratssitzung im Oktober eingehend mit der neuen Situation auseinandersetzen.

Jungfrau Zeitung

Quelle: https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/158018/

15.09.2017|